Grundwissen Grammatik

Mittelhochdeutsch zum Nachschlagen und Lernen

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Mit­tel­hoch­deutsch: Der Rückumlaut

Rückumlaut

Darunter versteht man das Phänomen, dass im Mittelhochdeutschen im Präteritum vieler schwacher Verben kein Umlaut vorhanden ist, während im Präsens die Verben umgelautet sind.

Achtung: Auch das E gilt häufig als Umlaut von einem A. Deshalb spricht man sogar im Neuhochdeutschen beim Wort 'brennen' von einem "Rückumlaut", weil die Präteritumsform ein A enthält: es 'brannte'.

Bei der Suche nach der richtigen Infinitivform muss man also damit rechnen, dass ein Rückumlaut vorliegt. Dann sucht man im Lexikon unter 'brennen' und nicht unter '*brannen'.

Mögliche Vokale bei rückumlautenden Verben:
ea
äa
æâ
iuû
üu
üo
üeuo
ϙ
öuou
Der blau gekennzeichnete Vokal rechts stellt den Präteritumsvokal dar!

Daneben gibt es Sondererscheinungen, bei denen folgende Vokale sich im Präsens bzw. Präteritum gegenüberstehen:
eâ (denken - dâhte)
aâ (laden - lâten)
ae (schatzen - schetzeten)
äa (värwen - varten)
êa (kêren - karten)
êâ (kêren - kârten)
io (verwirken - vervorhten)
uo (ermurden - ermorten)
ûuo (betrûben - betruobten)

Der Begriff "Rückumlaut" geht zurück auf Jacob Grimm, der meinte, dass ein ursprünglicher Umlaut wieder beseitigt wurde. Diese Annahme lässt sich aber für das Germanische nicht nachweisen. Allerdings ist der Begriff erhalten geblieben und findet sich auch in der aktuellen Ausgabe der Duden-Grammatik.


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