Grundwissen Grammatik
Hier geht es darum, das Wissen über Ablautreihen zu üben und zu testen.
Es sollen dabei aber nicht nur die Vokale festgelegt werden, sondern im Anschluss daran auch die signifikanten Folgekonsonanten.
Also sollte man sich die Aussagen über die Ablautreihen gut eingeprägt und sich auch mit den Konsonanten in den einzelnen Reihen beschäftigt haben. Siehe auch „Ablautreihen und Konsonanten”
Einschränkungen
Das Programm berücksichtigt bestimmte Sonderfälle nicht, darunter::
AR IIa: Infinitive mit „iu” und „û” werden nicht erfasst.
AR IIb und AR V: Das Auftreten von „r” in Folge des grammatischen Wechsels im Plural Präteritum bleibt unberücksichtigt; beide Ablautreihen enthalten keine Liquide 😉
AR IV: Die Vokale bei „komen” werden nicht berücksichtigt.
AR V, VI und VIIa: Die Vokale der j-Präsentien werden nicht beachtet; ebenso bleibt der Umlaut in der 2. und 3. Person Singular in AR VI, VIIa und VIIb außer Betracht.
VIIa(7a): Verben mit Nasalschwund und Ersatzdehnung, etwa vâhen, werden nicht berücksichtigt.
Konsonantengruppen: Bereits eine Teilmenge gilt als korrekt. So wird z. B. „Nasal+Konsonant” bei AR VII(7a) akzeptiert, auch wenn nur n+Konsonant nachweisbar ist, nicht jedoch m+Konsonant.
„/“ markiert mögliche Alternativlaute in Folge von Auslautverhärtung, grammatischem Wechsel oder Verdopplung wegen Vokalkürze usw. Sie gelten nicht als signifikant.
| a, b, c, d, e, f, g, h, i, j, k, l, m, n, o, p, q, r, s, t, u, v, w, x, y, z | Aus der Summe aller Buchstaben werden zunächst alle Sonoranten ausgeschieden, also alle Vokale und die Konsonanten j, l, m, n, r, w, y. | ||
| l, r m, n Signifikant für AR IIIa, IIIb, IV, VIIa(7a) w Signifikant für AR Ia, Ib und VIIb(7e) |
Aus den Sonoranten werden zu je einer Gruppe die Liquide, l, r, und Nasale, m, n, herausgelöst, außerdem der Konsonant W. | ||
| b, c, d, f, g, h, k, p, q, s, t, v, x, z | Es bleiben die Obstruenten übrig, | ||
| [ch,] ck(c, k), ff(f), hs, ht, pf, sch, tt(t) – nicht ss, zz Signifikant für AR Ia, IV, VI |
↲ Aus den Obstruenten werden verschiedene Obstruentenverbindungen gebildet. | ↳ Aus den Obstruenten werden zunächst die Dentale herausgenommen und dann noch einzelne Konsonanten, die eine besondere Wirkung haben: H, F. | d, s, t, z Signifikant für AR IIa, IIb, VIIa(7b, 7c) und VIIb(7d) h, f Signifikant für AR Ia und Ib bzw. für VIIb(7e, 7f) |
| ch | Eine Sonderbehandlung erfährt ch, weil es häufig vorkommt, unterschiedliche Wurzeln hat [Ahd. hh > ch aus germanischem k: AR Ia, IIa, IV und VI, oder germanisches h im Auslaut: AR Ib, IIb, V, VI, VIIa(7a)] und gelegentlich der einzige Vertreter der Obstruentenverbindungen in einer Ablautreihe, z. B. in AR IIa, ist. | So verbleiben als restliche Obstruenten … | b, c, g, k, p, k, [q], v, [x] Signifikant für AR V und VI |
Definition
f ist ein labiodentaler Frikativ und gehört phonologisch zur Klasse der Obstruenten.
Auftreten
In den starken Verben des Mittelhochdeutschen geht f im Regelfall auf das durch die zweite Lautverschiebung aus p entstandene f zurück.
Ein germanisches f, das als v realisiert wird und dem Vernerschen Gesetz unterliegt (→ b), ist hier von untergeordneter Bedeutung, weil es de facto recht selten - in Ablautreihe VI - auftritt.
f fungiert als
Definition
h ist ein glottaler Frikativ und wird in der Regel den Obstruenten zugeordnet.
Auftreten
Für die Ablautklassifikation ist zwischen zwei historischen Ausprägungen zu unterscheiden:
2.1 Primäres germanisches h
Dieses h ist aus germ. k hervorgegangen und erscheint im Mittelhochdeutschen häufig im Anlaut (haben, halten).
Im Inlaut unterliegt es dem grammatischen Wechsel mit g, vgl.:
dîhen – digen
ziehen – zogen
gewahen – gewuogen
vâhen – gevangen
2.2 Sekundäres h (nivelliert)
In der Ablautreihe V ist der grammatische Wechsel bei h im Mittelhochdeutschen häufig aufgehoben (sehen – sâhen).
Unabhängig von dieser Differenzierung ist h
Konsequenz
Eine Beschreibung der Reihen Ib und IIb über die abstrakte Konsonantenklasse „Obstruent“ verfehlt die konkrete Verteilung von h.
h wird daher als eigenständiger reihenkennzeichnender Konsonant geführt.
Definition
w ist ein labiovelarer Approximant und gehört phonologisch zur Klasse der Sonoranten.
Auftreten
w tritt systematisch und nicht zufällig in
auf und trägt dort zur Abgrenzung gegenüber formal ähnlichen Reihen bei.
Außerdem erscheint inlautendes w häufig in Ablautreihe IIa und bewirkt dort im Präsens durchgehendes iu oder û
Gleichzeitig neigt w dazu, im Singular Präteritum, mit dem vorangehenden Vokal zu verschmelzen bzw. zu schwinden.
Konsequenz
Die bloße Angabe „Sonorant“ ist für diese Reihen nicht hinreichend differenzierend.
w wird daher aus der allgemeinen Sonorantenklasse herausgelöst und als spezifischer reihenkennzeichnender Konsonant behandelt.
Definition
Die Graphie ch repräsentiert im Mittelhochdeutschen unterschiedliche lautgeschichtliche Ursprünge und ist daher nicht eindeutig interpretierbar.
Auftreten
Es sind mindestens zwei Typen zu unterscheiden:
a) Reflex von germanischem h
b) Reflex von ahd. hh (< germ. k)
Definition
Bei ff und tt handelt es sich um geminierte Obstruenten, die als Konsonantenverbindungen analysiert werden.
Auftreten